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Was ist Deep Freeze und wie funktioniert es?

von freeze4me.com · 2026-03-23
Deep Freeze Faronics eingefrorene Systempartition Frozen Mode Thawed Mode ThawSpace Systemwiederherstellung Reboot-to-Restore

Deep Freeze ist eine Software, die Deine Systempartition bei jedem Neustart automatisch in den Originalzustand zurückversetzt – als wäre nichts passiert.

Deep Freeze ist eine Schutzsoftware des kanadischen Herstellers Faronics, die Deine Systemfestplatte bei jedem Neustart in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Egal was in der Zwischenzeit passiert ist – ob Malware, ein fehlerhaftes Update oder eine versehentliche Systemänderung –, ein Neustart macht alles rückgängig. Das Prinzip heißt „Reboot-to-Restore": Neustart genügt, und Dein System ist wieder so, wie Du es eingerichtet hast.

Wie funktioniert das?

Stell Dir vor, Du könntest einen Schnappschuss von Deinem perfekt eingerichteten Computer machen. Jedes Mal, wenn Du den Rechner neu startest, wird exakt dieser Schnappschuss wiederhergestellt. Genau das macht Deep Freeze.

Technisch gesehen arbeitet Deep Freeze auf Kernel-Ebene – also ganz tief im Betriebssystem. Es fängt alle Schreibvorgänge auf der geschützten Systempartition ab und leitet sie in einen temporären Speicherbereich um. Die Originaldaten auf der Systempartition bleiben unberührt. Wenn Du den Rechner neu startest, wird dieser temporäre Speicherbereich einfach verworfen. Das Ergebnis: Dein System ist sofort wieder im Originalzustand. Keine langwierige Wiederherstellung, kein Zurückspielen von Backups – ein einfacher Neustart reicht.

Deep Freeze kennt zwei Betriebsmodi:

Frozen Mode (eingefroren): Das ist der normale Betriebszustand. Deine Systemfestplatte ist geschützt. Alles, was sich ändert – neue Programme, Malware, Systemeinstellungen, temporäre Dateien –, wird beim nächsten Neustart vollständig rückgängig gemacht. In diesem Modus arbeitest Du im Alltag.

Thawed Mode (aufgetaut): Wenn Du bewusst dauerhafte Änderungen an Deinem System vornehmen willst – zum Beispiel ein Windows-Update installieren, ein neues Programm einrichten oder Treiber aktualisieren –, schaltest Du Deep Freeze vorübergehend in den Thawed Mode. In diesem Modus werden alle Änderungen normal auf die Systempartition geschrieben und bleiben nach dem Neustart erhalten. Sobald Du fertig bist, frierst Du das System wieder ein, und der neue Zustand wird zum neuen Ausgangspunkt.

Der Wechsel zwischen den Modi ist passwortgeschützt. Nur Du als Administrator kannst Deep Freeze auf- und abtauen. Malware oder ein unbefugter Nutzer hat keine Möglichkeit, den Schutz zu umgehen.

Was passiert mit persönlichen Daten?

Eine berechtigte Frage: Wenn alles beim Neustart zurückgesetzt wird, gehen dann auch Deine Dateien verloren? Die Antwort: Nein – wenn Du es richtig einrichtest.

Deep Freeze schützt nur die Partitionen, die Du festlegst – typischerweise Deine Systempartition (C:). Deine persönlichen Daten legst Du auf einer separaten Partition (zum Beispiel D:) ab, die nicht eingefroren ist. Alternativ bietet Deep Freeze die sogenannte ThawSpace: einen definierten Bereich auf der eingefrorenen Systempartition, der von der Wiederherstellung ausgenommen ist. Dort kannst Du Dateien speichern, die den Neustart überdauern sollen.

Zusätzlich funktionieren Cloud-Dienste wie OneDrive, Dropbox oder Google Drive ganz normal. Dateien, die in die Cloud synchronisiert werden, sind unabhängig vom Zustand der lokalen Systempartition verfügbar.

Wer nutzt Deep Freeze?

Deep Freeze ist kein Nischenprodukt. Es wird seit über 20 Jahren weltweit eingesetzt – an Millionen von Endgeräten:

  • Apple Stores weltweit nutzen Deep Freeze, damit Kunden die Vorführgeräte beliebig ausprobieren können. Egal was ein Besucher installiert, verändert oder verstellt – der nächste Neustart stellt den Originalzustand wieder her.
  • Schulen und Universitäten setzen Deep Freeze in Computerräumen ein, damit Schüler und Studenten nicht versehentlich (oder absichtlich) die Rechner unbrauchbar machen.
  • Bibliotheken schützen ihre öffentlichen Internet-PCs damit vor Fehlkonfigurationen und Malware.
  • Internetcafes und Kiosksysteme verlassen sich auf Deep Freeze, weil nach jedem Nutzer ein sauberer Rechner bereitsteht.
  • Unternehmen sichern damit Arbeitsplätze ab, die immer in einem definierten Zustand sein müssen.

Beispiele aus der Praxis

Warum Deep Freeze so wertvoll ist, zeigen reale Vorfälle eindrücklich:

Als WannaCry 2017 weltweit 230.000 Computer verschlüsselte, standen Krankenhäuser still und die Deutsche Bahn zeigte Erpressernachrichten statt Fahrpläne. Auf einem mit Deep Freeze geschützten Rechner hätte ein einziger Neustart genügt – die Verschlüsselung wäre nie dauerhaft gewesen.

Das CrowdStrike-Desaster im Juli 2024 legte 8,5 Millionen Windows-Rechner mit Bluescreens lahm – ausgelöst durch ein fehlerhaftes Sicherheitsupdate. IT-Abteilungen brauchten Tage bis Wochen, um die Systeme manuell zu reparieren. Mit Deep Freeze wäre ein Neustart die gesamte Reparatur gewesen.

Als Südwestfalen-IT von Akira-Ransomware getroffen wurde, fielen 72 Kommunen monatelang aus. 1,6 Millionen Bürger waren betroffen. Deep Freeze hätte den Angriff auf die Dauer eines Neustarts reduziert.

Deep Freeze ist keine komplizierte Sicherheitssoftware, die ständig aktualisiert werden muss. Es ist ein simples, aber brillantes Prinzip: Einfrieren, arbeiten, neustarten – und Dein System ist wieder perfekt. Seit über 20 Jahren bewährt, an Millionen von Rechnern weltweit.

Noch Fragen?

Schau Dir unsere Schadenbeispiele an – echte Vorfälle, die Deep Freeze verhindert hätte.

Zu den Schadenbeispielen →

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